Der Garten
in den Jahreszeiten
Winter
Im Winter ist’s im Garten kalt.
Dann bleiben drinnen Jung und Alt,
betrachten sich am Fenster gern
den wunderschönen Weihnachtsstern.
Sie warten bis die Christros‘ blüht
und auch die Zaubernuss sich müht,
der Menschen Herzen zu erfreuen;
wer raus geht, wird es nicht bereuen!
Und auch der Februar bereitet,
woran das Auge gern sich weidet:
Er bringt im Garten weiße Glöckchen,
bedeckt mit glänzend hellen Flöckchen,
die vom Himmel niederrieseln
zu ruh’n auf Blumen wie auf Kieseln.



Frühling
Es kann der Garten nicht mehr warten,
wenn die Natur im März erwacht.
Die lässt die Blümlein schon, die zarten
erblühen freundlich über Nacht.
So ist der Frühling denn gekommen,
den man ersehnt in Wintertagen.
Hat Starre, Frost hinweggenommen,
will mit uns buntes Leben wagen.



Sommer
Der Sommer alles prächtig kleidet,
- er ward lang ausgerufen –
was der Frühling schon bereitet,
den man im Juni spät entmündigt.
Mit warmem Mantel hüllt er ein
und trägt zur Schau es stolz,
was, aufgeweckt vom Sonnenschein,
sich zeigt auf Gartengrund und Holz.
So steht es hier im hellen Licht
und möcht‘ noch lange blühen,
was sich im Abendrot noch bricht
als Dank für Gärtners Mühen.
(Text: Gerhard Wolf)


Herbst
"Jede Blüte will zur Frucht
Jeder Morgen Abend werden,
Ewiges ist nicht auf Erden
Als der Wandel, als die Flucht.
Auch der schönste Sommer will
Einmal Herbst und Welke spüren,
Halte, Blatt, geduldig still
Wenn der Wind dich will entführen.
Spiel dein Spiel und wehr‘ dich nicht,
Lass es still geschehen.
Lass vom Winde, der dich bricht,
Dich nach Hause wehen."
(Hermann Hesse, 1877 - 1962)



(Texte: Gerhard Wolf)
Hier ein kleines Essay zum Fotografieren:
Gedanken
zum Fotografieren
Die Fotografie ist wohl eines der schönsten und augenfälligsten Hobbys.
Fotografieren ist wie Angeln
Den Blick auswerfen nach dem prächtigsten Objekt, und mit ihm einen guten Fang machen.
Am PC sieht man dann am eindrucksvollsten, was man sich an Land gezogen hat.
Fotografieren ist wie Sammeln
Viele visuellen Eindrücke gilt es, zu erfassen,zu strukturieren, zu sortieren.
Die schönsten Momente werden festgehalten und bewahrt.
Entscheidungen sind zu treffen: welche Bilder sind es wert, der Sammlung hinzugefügt zu werden…
Fotografieren ist wie Kochen und Backen
Es kocht zwar jeder Fotograf „sein eigenes Süppchen“. Entscheidend sind jedoch die zur Verfügung stehenden „Zutaten“ und deren Auswahl und Komposition: Nehme ich das ganze Angebot, oder lege ich mich auf Details fest, die mir ins Auge fallen?
Nicht der Meister ist beschränkt, sondern in der Beschränkung liegt (oft) der Meister.
Und die richtige Würze fördert den Genuss (des Betrachters).
Fotografieren ist wie Zaubern
Wichtig ist, was „dabei“ herauskommt.
Es kann geradezu verblüffend sein,was „Lichtbildner“ bisweilen mit Auge, Linse, Filter und anderen Hilfsmitteln aus der „Trickkiste“ zu holen imstande sind.
Fotografieren ist wie Töpfern
Aus „natürlichem Material“ entstehen imposante Gebilde. Gewachsene Formen treten hervor und werden in ihrem eigenständigen Charakter betont.
Alles fließt, Formen werden neu .
Fotografieren ist wie Malen
Formen und Farben gehen ineinander über oder heben sich kontrastreich voneinander ab.
Auf den Paletten der Kamera-Chips entstehen bisweilen Kunstwerke, über die man selbst staunt. – Stil und Betrachtung – Ausdruck und Eindruck.
Fotografieren ist wie Fliegen
Man kann „über den Wolken schweben“ und diesen doch von unten zusehen, um ihren Vorbeizug zu verfolgen und einzufangen.
Abheben und die Impressionen fliegen lassen.
Mit beiden Beinen festen Boden unter den Füßen haben und doch mit den Wolken losträumen.
Festhalten und Fliegen!
Nur Fotografieren ist schöner!
(Autor: Gerhard Wolf)
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